Grunderwerbsteuer

Der Staat beteiligt sich beim Wechsel von Immobilien mit einer Steuer an dem Verkaufsgeschäft. Im Moment eines wirksamen Kaufvertrages wird die Grunderwerbsteuer fällig. Sie ist unabhängig von einem späteren Zahlungsziel des Immobiliengeschäftes sofort fällig. Sie wird durch Zustellung eines Bescheides fällig und ist innerhalb von 4 Wochen zu entrichten.

Grundsätzlich gilt in der Bundesrepublik Deutschland für alle Bundesländer ein Grunderwerbsteuersatz von 3,5%. Einzelne Bundesländer weichen jedoch durch eigene Gesetzgebung mit Erlaubnis des Bundes seit 2006 davon ab. Im Saarland werden 4% fällig, während in den Bundesländern Berlin, Bremen, Niedersachsen,Sachsen-Anhalt und Hamburg der Steuersatz auf 4,5% erhöht wurde. Spitzenreiter ist Brandenburg mit 5%. Bei der Wahl des Immobilienstandortes kann das eine entscheidende Rolle spielen. Die Steuer bezieht sich zunächst auf das Grundstück. Kauft ein Bauherr ein Grundstück, bezahlt er dafür die Grunderwerbsteuer. Das später darauf errichtete Gebäude unterliegt nicht der Grunderwerbsteuer. Wird jedoch später das Grundstück mitsamt der darauf befindlichen Immobilie verkauft, ist die Grunderwerbsteuer auf die gesamte Kaufsumme fällig. Bei Erwerb von Eigentumswohnungen wird die Grunderwerbsteuer auf die jeweiligen Eigentumsanteile am Gesamteigentum der Wohnanlage gesplittet. Grundsätzlich ist ein Immobiliengeschäft dann steuerpflichtig, wenn ein Erwerb notariell beurkundet wurde.

Es gibt Ausnahmen von der Pflicht zur Grunderwerbsteuer. So ist im Falle eines Erbfalles oder der Schenkung unter Lebenden keine Grunderwerbsteuer fällig. Wird ein Grundstück übertragen und werden damit im Grundbuch Pflichten oder Dienstbarkeiten eingetragen, kann dies anders sein. Werden zum Beispiel Niesbrauch auf Lebenszeit oder Rentenzahlungen im Notarvertrag geregelt, so unterliegt der geldwerte Vorteil dieser Regelungen der Grunderwerbsteuer. Einen weiteren Sonderfall regelt das Gesetz für Erbengemeinschaften. Werden Grundstücksanteile von Erben an Miterben verkauft, ist dies über eine Ausnahmeregelung von der Grunderwerbsteuer befreit. Ähnliche Verfahrensweisen sind im Rahmen von Grundstücksübertragungen bei einem Ausgleich von Zugewinn zwischen Ehegatten nach einem Erbfall vorgesehen. Auch bei Adoptivkindern oder Verwandtschaften verschiedener Abstammungsgrade gibt es Sonderregelungen. Teilweise sind sie schwer verständlich und bedürfen der Beratung durch den beurkundenden Notar. Das gilt auch für den Grundstückserwerb durch juristische Personen wie zum Beispiel Firmen oder Vereine.

Eine Freigrenze besteht bei Gesamtwerten bis 2500 Euro Grundstückswert. Sie bleibt von der Grunderwerbsteuer befreit. Wird jedoch ein Wert von mindestens 2501 Euro vertraglich festgestellt, ist die Gesamtsumme der Grunderwerbsteuer zu unterziehen. Eine Abstufung wie bei einem Freibetrag ist nicht vorgesehen. Hinter Schenkungs- und Erbschaftssteuern kann die Grunderwerbsteuer subsidiar wirken. Das heißt, sie fällt nicht an, wenn eine der beiden anderen Steuerarten bereits zur Anwendung kam. Damit will der Gesetzgeber eine Doppelbesteuerung vermeiden.

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